Schiffsantrieb

Voith Turbo rüstet Spezialschiffe für Aufbau von Offshore-Windkraftanlagen aus

20.07.2010 | Redakteur: Stefanie Michel

Windpark-Installationsschiff, ausgestattet mit drei Voith Schneider Propellern. Bild: Voith Turbo

Immer mehr Windkraftanlagen werden auf hoher See gebaut. Deren Installation übernehmen Spezialschiffe – solche, wie im zweiten und dritten Quartal 2012 in Dubai vom Stapel laufen. Es sind die ersten dieser Art, die mit je drei Voith Schneider Propellern (VSP) ausgestattet sind.

Rund 131 Meter Länge, 39 Meter Breite, Antriebsleistung von 11,4 MW, 5 300 Tonnen maximale Zuladung, ein Arbeitsdeck mit rund 3 200 Quadratmetern sowie ein Installationskran, der Lasten mit bis zu 800 Tonnen und 24 Metern Höhe heben kann. Das sind die Kerndaten der beiden baugleichen Hubschiffe, die im Mai und September 2012 auf der Dubaier Werft Lamprell Engergy gebaut werden. Ihre künftige Aufgabe: Transport und Installation von Offshore-Windenergieanlagen vor allem in der Nordsee. So sieht es deren Eigner, die Fred Olsen Windcarrier AS in Norwegen, vor.

Leistungsstärke und Wendigkeit sind zwei entscheidende Anforderungen an die Spezialschiffe. Deshalb hat sich Fred Olsen für eine Lösung mit Voith Schneider Propellern entschieden: Drei VSP sorgen für Vortrieb sowie genaue Positionierung und bringen die Schiffskolosse bei Überfahrten auf Fahrgeschwindigkeiten von 12 Knoten.

Kein Abdriften: VSP spielt direkt mit dem dynamischen Positioniersystem zusammen

Bautypisch für diese Hubschiffe sind die vier Säulen („jackup legs“), die in der Lage sind, liftartig auf den Meeresgrund zu fahren, das Schiff anzuheben und zur stabilen Arbeitsplattform im Meer zu machen. Für diesen Vorgang müssen die Hubschiffe sehr präzise ihre Position halten. Hierbei werden die Vorteile der VSP im direkten Zusammenspiel mit dem dynamischen Positioniersystem besonders deutlich. In nur drei Sekunden können die Antriebe umgesteuert werden. Dies verhindert das sonst unumgängliche Abdriften durch den Wellengang. Besonders kritisch ist der Zeitpunkt, zu dem sich das Schiff aus dem Wasser hebt. In dieser Übergangsphase des Heraushebens soll der VSP wesentlich bessere Schübe als horizontale Antriebskonzepte liefern.

Die VSP ermöglichen außerdem eine einfache Rumpfform. So lassen sich die Schiffe besonders strömungsgünstig bauen, was sich letztlich auf die Verbrauchswerte und Emissionen niederschlägt. Voith hatte hierfür einen Modellversuch unternommen und diesen Vorteil darin nachgewiesen. Ein weiteres Feature des Hubschiffes ist die intelligente Voith Rollstabilisierung (VRS). Bei schwierigen Wetterverhältnissen – wie sie in den windreichen Offshore-Windparks an der Tagesordnung sind – reduziert der VSP die Rollbewegung des Schiffes.

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