Kleinwindanlagen

Kleine Anlagen mit großer Zukunft

20.02.12 | Redakteur: Jan Vollmuth

(Bild: Sonkyo Energy)
(Bild: Sonkyo Energy)

Beim 3rd World Summit for Small Wind Turbines, der im Rahmen der New Energy Husum am 15. und 16. März stattfindet, stehen einheitliche technische Standards und Zertifikate für Kleinwindanlagen sowie die Marktentwicklung weltweit im Mittelpunkt.

In vielen Entwicklungs- und Schwellenländer bieten erneuerbare Energien eine enorme Chance zu einer nachhaltigen Entwicklung. So können kleine Windenergieanlagen in vielen unterentwickelten Regionen eine große Rolle zur autarken Selbstversorgung von Einzelhaushalten, öffentlichen Gebäuden und kleinen Betrieben spielen.

Aber auch in den entwickelten Ländern wie den europäischen wächst der Markt für Kleinwindanlagen mit bis zu 30 Kilowatt Leistung. Viele Betreiber decken mit ihren Kleinwindanlagen einen Großteil ihres eigenen Strombedarfs ab und speisen den Rest ins Netz ein. Dann kann sich sogar der Betrieb in Deutschland rechnen, auch wenn die Rahmenbedingungen hierzulande noch dürftig sind.

Überall auf der Welt nimmt das Interesse an Kleinwind zu. Ein großer Markt ist China, wo rund zwei Drittel der weltweit installierten Kleinanlagen laufen. Auch in Dänemark verhält sich beispielsweise das Geschäft relativ gut, weil dort das so genannte Netmetering jedem Betreiber unabhängig der eigenen Verbrauchskurven eine höhere Einspeisungsvergütung garantiert. Und in Großbritannien boomt die Nachfrage derzeit, weil jedem Betreiber Vergütungen von über 40 Cent winken.

Windenergieexperten sind sich einig, dass das Potenzial in den weltweiten Märkten enorm groß ist. So ist der Export für die deutschen Anlagen-Hersteller derzeit viel wichtiger als der einheimische Markt, auf dem die Einspeisevergütung von neun Cent pro Kilowattstunde allein keinen Anreiz schafft, eine Anlage zu betreiben.

Effizienzsteigerung durch technische Standards

Die uralte Idee der Selbstversorgung findet in Deutschland unterdessen immer neue Anhänger. Strom aus Windenergie, der auch das Elektrofahrzeug mitversorgt, Wärme aus Solarkollektoren und Biogasanlage – schon heute gestalten Selbstversorger ihre eigene Energie-Insel 100 Prozent erneuerbar. Alle Technologien, Optionen und Kombinationen findet der Messebesucher auf einen Blick auf der New Energy Husum.

Die politische Diskussion um die Einspeisevergütung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist inzwischen verebbt. Sie ist für die Branche der Kleinwindkraft nicht besonders erfreulich verlaufen. Weder das geforderte Netmetering, noch ein Markteinführungsprogramm wie das 1.000-Dächer-Programm der Solarenergie konnten sich im Bereich des Kleinwinds durchsetzen.

Umso mehr verfolgt man in der Branche das Ziel, Kleinwindanlagen effizienter und wirtschaftlicher zu machen. Um die Effizienz und Qualität von Anlagen zu steigern, muss sich die Branche nun auf technische Standards festlegen und den Kunden verlässliche Zertifikate bieten. Die Branche hofft auf dem dritten World Summit for Small Wind, der im Rahmen des Kongressprogramms der New Energy Husum stattfindet (1), entscheidend voranzukommen. Denn der Bundesverband Windenergie (BWE) beäugt die Güte einiger Kleinanlagen sehr skeptisch. "Es gibt von einigen Herstellern eine fragwürdige Qualität", kritisiert Lars Velser vom BWE.

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